Spezialseminare

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16.11.2019

EMDR in der Behandlung onkologischer PatientInnen

Leitung: Dr. Maria Lehnung

Ort: Hamburg

Teilnahmegebühren: Finden Sie auf dem Anmeldeformular.

Während onkologische PatientInnen früher rein medizinisch versorgt wurden, nimmt die Psychoonkologie heute einen großen Raum ein. Sie beschäftigt sich u.a. mit der psychischen Belastung, die durch die traumatisierenden Erfahrungen im Zusammenhang mit der Erkrankung und Behandlung erlebt werden. Hierbei zeigen neuere Studien, dass Krebspatienten, die mit EMDR behandelt werden weniger Traumasymptome zeigen als solche, die mit Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden. Auf Grund der andauernden medizinischen Gefährdung ist ein spezielles EMDR Vorgehen empfehlenswert:

EMDR R-TEP, das Recent Traumatic Episodic Protocol (R-TEP) von Elan Shapiro (Shapiro, 2009), wurde für Menschen entwickelt, die vor kurzem traumatische Erfahrungen oder lebensverändernde Ereignisse erlebt haben oder mit anhaltenden Konsequenzen entsprechender Ereignisse, die nicht notwendigerweise kurz zurückliegen, konfrontiert sind, deren traumatische Episode also noch nicht „vorbei“ ist. R-TEP fokussiert Sicherheit und Trauma Bearbeitung und umfasst die acht Phasen des EMDR Protokolls für frühe Intervention bei kürzlich zurückliegenden Traumata.

EMDR G-TEP (Group Traumatic Episode Protocol) ist die Gruppenversion, eine etwas vereinfachte Anpassung von R-TEP und wird für die Arbeit mit Gruppen von Erwachsenen, Heranwachsenden und älteren Kindern genutzt. Es kann in der Gruppentherapie im onkologischen Nachsorgesetting angewendet werden und unterscheidet sich von herkömmlichen Gruppentherapien dadurch, dass die PatientInnen in der Gruppe unabhängig voneinander ihr eigenes Material bearbeiten und es dadurch nicht zu erneuter Traumatisierung durch die Narrative der anderen Teilnehmer kommt.

Pilotstudien

Die erste Pilotstudie mit onkologischen PatientInnen präsentierte Roberts (2018). Sie konnte zeigen, dass KrebspatientInnen, die in einer Gruppe mit G-TEP behandelt wurden deutlich sowohl bezüglich der Reduktion Posttraumatischer Symptome, bezüglich der Angstwerte als auch bezüglich der depressiven Symptomatik profitierten.

Workshop G-TEP

Im Workshop lernen Sie zunächst EMDR R-TEP kennen, das erfolgreich in der Einzeltherapie mit onkologischen PatientInnen angewendet werden kann. Des Weiteren lernen Sie dann EMDR G-TEP kennen, mit dem Sie im Gruppensetting arbeiten können. Ziel des Workshops ist, dass Sie EMDR R-TEP und EMDR G-TEP am Ende des Workshops anwenden können.

Dr. phil. Maria Lehnung forschte an der Universität Kiel und ist inzwischen als Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis mit psychotraumatologischem Schwerpunkt niedergelassen. Daneben ist sie als Dozentin und Supervisorin tätig und ist EMDR-Europe Trainerin. Von Beginn ihrer Arbeit mit EMDR an war sie von dem Verfahren und seinen Möglichkeiten fasziniert und daran interessiert, kreative Wege des Einsatzes von EMDR auch bei schwierigen Patienten zu finden. Sie war an der Entwicklung des Konzepts zur Behandlung von Depressionen mit EMDR und ist an den ersten Forschungsprojekten auf diesem Gebiet maßgeblich beteiligt. Sie setzte als Erste in Deutschland G-TEP ein und publizierte die erste Arbeit zu G-TEP.

Teilnahmevoraussetzung: EMDR-Einführungs-Seminar
Seminarzeit: 9:00 Uhr – 17:30 Uhr
Zertifizierung durch die Kammern: voraussichtlich 8 Fortbildungspunkte

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Weitere Informationen

EMDR-Institut® Deutschland, Dr. Arne Hofmann, Dolmanstr. 86 b, 51427 Berg. Gladbach
Fax: 02204/963182 - Tel.: 02204/25866 - E-Mail: info@emdr-institut.de

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